Die Kennkarte von Berta Leukert |
Ein Relikt aus vergangenen Tagen |
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Die Kennkarte |
Eingeführt wurde sie im nationalsozialistischen Deutschland durch die Verordnung über Kennkarten vom 22. Juli 1938 (Reichsgesetzblatt I S. 913) als ein "allgemeiner polizeilicher Inlandausweis". Alle deutschen Staatsangehörige, die älter als fünfzehn Jahre waren und ihren Wohnsitz oder den ständigen Aufenthalt im Inland hatten, erhielten auf Antrag bei der Ortspolizeibehörde eine Kennkarte. Die Verwaltungsgebühr für die Ausstellung bei der zuständigen Passbehörde betrug drei Reichsmark. |
Der Kennkarteninhaber musste zuerst alle Nachweise erbringen, damit seine Person einwandfrei als deutscher Staatsangehöriger festgestellt werden konnte (Personenfeststellungsverfahren). |
Die gefaltete Kennkarte bestand aus einem grauen, leinenverstärkten Papier im Format DIN A6. Sie enthielt die Melde- und Beschreibungsdaten sowie ein Passbild des Inhabers, Ausstellungsort, Ausstellungsdatum, die ausstellende Behörde und die Unterschrift des ausstellenden Beamten. Weiter befanden sich die Fingerabdrücke des linken und rechten Zeigefingers auf der Kennkarte. Ausgefüllt wurde sie meist noch handschriftlich (teils in der damals gebräuchlichen Sütterlinschrift). Die Geltungsdauer der Kennkarte betrug fünf Jahre. Danach musste sie neu beantragt werden. |
Die hier abgebildete Kennkarte wurde am 22. Juli 1942 in Reichenberg (Sudetengau) auf Frau Berta Leukert ausgestellt. Der tschechische Stempel links unten belegt, dass sie am 15. Mai 1946 über die Grenzübergangsstelle Furth im Wald aus ihrer geliebten Heimat ausgewiesen wurde. Das Wort "ODSUN" ist die tschechische Bezeichnung für die Abschiebung der Deutschen aus der Tschechoslowakei. Die sudetendeutsche Bevölkerung wurde unter massiver Androhung von Gewalt vollständig enteignet (Immobilien, Wertsachen, Schmuck) und zur Massendeportation gezwungen. |
In den Jahren 1945 und 1946 wurden so bis zu drei Millionen Menschen zwangsausgesiedelt! |
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