Formel 1
Die Königsklasse im Motorsport
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Wie alles begann

Seit 1950 werden Weltmeister gekürt. Aber das war nicht der Anfang der High-Speed-Abenteuer.

Fahrer von Weltrang gab es schon lange Zeit zuvor. 1894 jagten die PS-Pioniere für 5000 Franc

von Paris nach Rouen. Im Jahr 1906 wurde ein Ungar in Frankreich der erste Grand-Prix-Sieger.

Vor dem Zweiten Weltkrieg erlebten die vielen begeisterten Zuschauer faszinierende Duelle

zwischen Deutschen, Franzosen und Italienern.

Am 22. Juli 1894 versammelten sich die PS-Pioniere in Paris, um die erste Wettfahrt zu bestreiten.

Es galt, die 126 Kilometer entfernt liegende Stadt Rouen in weniger als 8,5 Stunden zu erreichen.

Das Tempo war bei diesem "Rennen" weniger wichtig. In erster Linie ging es ums Ankommen.

Das durchschnittliche Tempo des schnellsten Fahrers betrug gerade einmal 17 km/h.

Wichtige Meilensteine der Rennsportentwicklung waren fortan Fernfahrten von Stadt zu Stadt,

wobei zum Teil gewaltige Distanzen zurückgelegt werden mussten, sowie die Rennen um den

Gordon-Bennet-Pokal zwischen 1900 und 1905. Diese Läufe gingen mit ersten präzisen technischen

Vorschriften einher, die daran teilnehmenden Autos mussten also einer "Formel" entsprechen.

1906 wurde bei Le Mans der erste Grand Prix in der Motorsportgeschichte ausgetragen.

In zwei Tagesetappen mussten auf einer 103 Kilometer langen Rundstrecke 1236 Kilometer

zurückgelegt werden. Sieger dieses historischen Grand Prix wurde der Ungar Ferenc Szisz

auf einem Renault AK 90 CV mit Vierzylindermotor und knapp 13 Litern Hubraum. Wenig später

wurde die erste permanente Rennstrecke der Welt gebaut: Das legendäre Oval von Indianapolis

in den USA, auf dem am 30. Mai 1911 das erste 500-Meilen-Rennen ausgetragen wurde.

In der alten Welt wurden die Rennaktivitäten durch den Ersten Weltkrieg jäh unterbrochen.

Erst 1920 donnerten wieder die Motoren. 1922 wurde in Berlin die AVUS gebaut, und in Monza

wurde das Autodromo aus dem Boden gestampft. Der gigantische Nürburgring wurde fünf Jahre

später eröffnet. Weiter Rennen in Spanien, Monaco, Belgien und Großbritannien kamen hinzu.

Die 30er Jahre brachten dem Grand-Prix-Sport eine erste Blütezeit. Von 1934 bis 1939 kamen

Rennwagen von Mercedes-Benz und der Auto Union zum Einsatz. In dieser Zeit wurden schon

Motorleistungen von über 600 PS und Spitzengeschwindigkeiten von knapp 300 km/h erreicht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 9. September 1945 in Paris zum ersten Mal wieder ein

Autorennen ausgetragen. Der Franzose Jean-Pierre Wimille auf einem Bugatti war der erste Sieger

eines Grand Prix nach 1939. Der Grand Prix von Turin im September 1946 war das erste Rennen,

das unter neuen Regeln ausgetragen wurde. Es ging darum, die Autos mehr zu vereinheitlichen.

Das Regelwerk wurde als "Formel A" bezeichnet. Seit 1950 ist es die Formel-1-Weltmeisterschaft.

Die Zeiten, als das Kommando: "Gentlemen, start your Engines!" noch wörtlich zu nehmen war,

sind längst vorbei. Vorbei auch die Zeiten, als die Formel 1 noch eine Ehrensache wohlhabender

Abenteurer war. Inzwischen hat sich dieser Sport zu einem Milliardenunternehmen gewandelt.

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